Wüstenlöwen sind nahezu ausgestorben

Ich hatte ja auf meinen Block von dem tragischen Unfall mit den Wüstenlöwen bzw. der Wüstenlöwin berichtet. In zahlreichen Beiträgen – u.a. im Magazin G, Ausgabe 2024 – habe ich darauf hingewiesen, dass die Tendenz leider weltweit ist, dass wir den Tieren nur  noch Lebensräume lassen, die für uns Menschen wenig attraktiv sind. Im Zweifelsfall haben diese Lebensräume auch keine Rohstoffe. 

Wüstenlöwen sind extrem hoch spezialisiert und überleben in Territorien, die härteste Lebensbedingungen bieten. Für die Löwen heisst das, dass sie lange von ihren Müttern ausgebildet wurden, um eine perfekte Jagdtechnik zu entwickeln, die ihnen überhaupt die Möglichkeit gibt, einen Hauch von Chance zu haben über die Runden zu kommen. Natürlich passt sich auch der ganze Organismus bedingt an das Lebensumfeld an. So verlangsamt sich der Stoffwechsel,  was den Großkatzen die Möglichkeit gibt, auch mal längere Hungerphasen zu überstehen. Ebenso  scheinen sie auch mit weniger Flüssigkeit auszukommen. Wobei dies mit Vorsicht zu geniessen ist. In vielen Trockengebieten ohne Wasserressourcen überleben zwar auch Großkatzen. Doch ihre Lebenserwartung ist geringer, denn oft sterben sie frühzeitiger an Nierenversagen. Also, alles ist relativ.

Die Situation im Juni 2025

Ich habe im Juni 2025 nun wie jedes Jahr wieder 2 Wochen in der Wüste verbracht, da wo eigentlich Wüstenlöwen leben sollten. Gesehen habe ich aber nur ein Männchen und die alte Löwen, die meinen Freund tötete und dann einen Tag später erschossen wurde. Das Löwenmännchen wurde kürzlich vergiftet aufgefunden. Auch nächstes Jahr bereite ich eine Dokumentationsexpedition in das Gebiet vor. Ich gehe aber leider davon aus, dass ich da keine Wüstenlöwen mehr filmen werde. Ein trauriger Umstand. Schlimmer noch ist, dass es kein Zurück mehr gibt. Die Wüstenlöwen werden Geschichte und setzen ein weiteres trauriges Denkmal für den Egoismus der Art ‚Mensch‘.

Sind Menschen, die Löwen vergiften, die schlechteren Menschen?

Da sind wir auch am springenden Punkt. Karge Lebensräume werden von hochspezialisierten Arten besetzt. Verschlechtert sich aber die Situation, wie es der Klimawandel es leider provoziert, dann geht es um das Überleben und die Arten suchen sich Lebensräume, die ihnen noch wenigstens ein Hauch von Überleben garantiert. Damit führt es zu „Mensch-Tier-Konflikten“. Der Mensch wiederum fühlt sich als Besitzer des Planeten und agiert als solches. Im Fall der Wüstenlöwen ist es so, dass diese dann häufig durch Giftköder getötet werden, weil sie als Bedrohung empfunden werden. Das ist schlimm und erzeugt auch bei mir Verzweiflung und Wut. Aber der Mechanismus, den Planeten als Mensch für sich zu beanspruchen, wird tagtäglich in der Weltpolitik zur Schau getragen. Dabei geht es nicht um das Überleben des Menschen, sondern um die Sicherung von langfristigem Machtanspruch und Ressourcen auf lange Sicht. Ein solches widersinniges Machtdenken kann man den Menschen, die Löwen vergiften nicht, vorwerfen.

Artenschutz braucht nachhaltigen Tourismus. Daher bieten wir auch Konzepte an. Wer Afrikas Vielfalt mit gutem Gewissen unterstützen will und sehr viel mehr über 32 Jahre aktiven Artenschutz und „Wildlife-Filming“ erfahren will, ist hier richtig. Herzlich willkommen!

Wüstenlöwen verschwinden in der freien Natur

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