Das Okavango Delta war voller Wasser. Eigentlich gab es so viel Wasser, wie seit Aufzeichnung noch nie. Schon als ich Maun erreichte, wunderte ich mich nicht schlecht. Schon seit Jahren ist der Tamalakane River trocken oder allenfalls ein Rinnsal. Ganz anders jetzt. Es ist plötzlich eine gewaltige Flusslandschaft.
Kein Wunder, dass auch bald klar war, dass ich ursprünglich angepeilte Gebiete im Okavango Delta dieses Jahr nicht erreichen könnte. Ich habe es dennoch versucht. Wasser bis zu 1,30 m quere ich normalerweise mit meinem Filmauto. Aber was, wenn die Wasserquerungen unendlich lang sind? Was noch dazu, wenn es ein zu großes Risiko ist, den Untergrund zu erkunden? Die Beschaffenheit des Untergrundes entscheidet nämlich am Ende, ob man mit dem Auto stecken bleibt oder doch durchkommt.
Nass wurde es dennoch. Aber wiederum nicht so nass, dass ich stecken blieb.
Gute Aufnahmen..
Trotz einigermaßen überschaubarem Risiko konnte ich einige sehr gute Filmaufnahmen machen. Ich habe den Großteil der Tage im Delta an wunderbaren Orten wartend verbracht. So konnte ich arbeiten, Gitarre spielen und wurde immer wieder von der Natur überrascht.
Vor lauter großer Katzen vergisst man ja zuweilen die wunderbare Vogelwelt. Das Okavango Delta ist eines der bedeutendsten Ökosysteme der Erde. Es erzählt immer tolle Geschichten, auch wenn diese manchmal gar nichts mit den großen Katzen zu tun haben.
For mich persönlich spielt dann auch der jahrelange Vergleich der Gebiete eine große Rolle für meine langfristige Dokumentation. Letztes Jahr schien es ja schon feucht zu sein. Doch dieses Jahr gab es noch mehr lokale Regenfälle. Wie mir scheint, kamen auch tektonische Verschiebungen dazu. Dass es auch bis in den August hinein trotz Trockenzeit noch eher feuchter wird scheint auf der Hand. Die Flut des Okavango aus Angola ist ausserordentlich gewaltig. Noch dazu hat es im Juni verrückterweise noch einige Regenfälle gegeben.
Mehr spannende Stories und Erzählungen beim Afrikawochenende. Herzlich willkommen!
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