Können Gorillas uns heilen? – Anlässlich der Katastrophe in Nepal eine lohnenswert philosophische Frage

Was ist der Wert der Natur? Angesichts der zunehmenden Katastrophen aufgrund des Klimawandels und massiver Abholzungen und Versiegelung von Flächen, hat man sich in der Vergangenheit immer wieder Gedanken gemacht, wie man Natur einen Wert geben kann oder weiteren Raubbau verhindert, indem man diesen mit Abgaben belegt. Die CO 2 Abgabe ist eine solche Maßnahme, die aber faktisch keinen wirklichen Nutzen für die Natur und das Klima hat. Es werden als Kompensation Bäume gepflanzt. Da aber der Gedanke einer vordefinierten Kapitalrendite das praktische Modell bestimmt, wird zugleich die Nutzbarmachung des „Investments verfolgt. Man plant also bereits die Nutzung des erst wachsenden Holzes in der Zukunft ein, um eine Kapitalrendite zu generieren. Gleichzeitig entstehen vor allem Monokulturen und der Verlust von Primärwäldern geht zu gleicher Zeit nahezu ungehindert weiter.

Mit ‚Biodiversity Credits‘ wurde ein neuer Gedanke eingeführt. Dabei wollte man der Natur einen skalierbaren und  handelbaren Wert geben. Ausser kleinere Projekte mit gemeinnützigen Hintergrund ist nichts Nennenswertes entstanden. Gleichwohl war von Anfang an klar, dass wenn das weltweite monetäre System nicht zu einem Paradigmenwechsel bereit ist, die Idee von ‚Biodiversity Credits’ ohnehin keine Chance auf Kapitalrendite hat.

Gerade ist der Gründer der gleichnamigen Matto Barfuss Stiftung von einer Expedition aus Uganda zurückgekehrt. Diese Reise macht er in verschiedenen Längen schon seit 24 Jahren mindestens ein Mal im Jahr. Zuweilen, wie auch dieses Mal, nimmt er Gäste mit.

Filmpremiere

Dazu feiert nun exklusiv ein „Musikfilm“ Premiere. Hier nun der Film mit den Kompositionen von Matto Barfuss:

Um die Emotionen offen zu lassen hat Matto Barfuss nur die Bilder, einige kurze Texteinblendungen und seine eigene Musik benutzt. Es geht schlicht um die Emotion. Der Film braucht keinen Kommentar. Er heisst ja auch „Eine Reise in die Geschichte der Menschheit“.

„Es ist spannend ein Land über die ganzen Jahre in seiner Entwicklung zu begleiten“, erzählt Matto Barfuss. „Uganda könnte als Symbol für die Welt und ihren Umgang mit der Natur stehen. Die Bevölkerung wächst und die Ansprüche ebenso. Gleichzeitig gibt es kein Potential mehr, Natur zusätzlich für menschliche Bedürfnisse nutzbar zu machen. Das Einzige wäre, Landwirtschaft zu intensivieren und gleichzeitig Handelsbeziehungen auszubauen.“

Das Entscheidende, weswegen Matto Barfuss nach Uganda reist, sind die Menschenaffen. Es sind die Schimpansen, die uns zu 98,7% genetisch identisch sind, und die Berggorillas, die uns zu 98,4 % genetisch identisch sind.

Bei Gorillas geht das Herz auf…

„Irgend etwas muss bei der Entwicklung von Berggorillas zu Schimpansen und dann zum Mensch passiert sein“, gibt Matto zu Bedenken. „0,3 % näher an den Menschen und die Schimpansen führen schon strategisch Krieg, während die Berggorillas komplett friedlich sind. Meine Gäste sind da ein spannender Gratmesser. Sie mögen Schimpansen, aber bei den Gorillas, geht ihnen das Herz auf und die Emotionen überwältigen sie.“

Aus Sicht von Matto wird Artenschutz zu sehr aus der Brille konventioneller Gesellschaftssysteme gesehen. Wir fragen uns, welchen Wert Artenvielfalt für uns Menschen hat. Dabei haben wir uns komplett verkalkuliert. Die Artenkrise ist voll im Gange. Pro Tag verlieren wir weltweit rund 150 Arten. Die Katastrophe lässt sich – realistisch gesehen – kaum noch aufhalten. Wenigstens eindämmen liesse sich die Katastrophe aber durch eine rein philosophische Betrachtung des Ganzen. Die Berggorillas öffnen uns da das Bewusstsein. Sie wollen ruhen, essen, intensives Sozialverhalten und Spielen, und zwar sogar die Erwachsenen, was für ihre ausgeprägte Lebenslust spricht. Auch jungen Bambus, der sie betrunken macht, mögen sie gerne konsumieren.

„Wenn dich ein Berggorilla anschaut, dann ist in seinem Blick Mitleid. Man hat das Gefühl, er könne unsere Ängste und die Hektik, die uns antreibt, in uns sehen. Das löst etwas bei den Menschen aus, zumindest, wenn sie sich die Zeit nehmen über die Augen und das ruhige Dasitzen und Geniessen mit ihnen zu kommunizieren.“, berichtet Matto Barfuss. „Ich benutze mittlerweile Kamerasysteme, wo ich nicht mehr durch den Sucher schaue, sondern stabilisiert die Gorillas filme und mich stattdessen komplett mit Ihnen emotional verbinde. Für eine Stunde bin ich dann weg von der Welt und eigentlich kaum ansprechbar.“

Gorillas können heilen

Berggorillas könnten uns also in der Tat, was die Sichtweise unserer Welt angeht, heilen. Am Ende stressen wir uns, um etwas zu bekommen, was Berggorilla schon seither haben. Nur haben sie auch kaum noch Lebensraum. Aktuell leben noch etwas über 1000 Berggorillas auf insgesamt gerade mal rund 750 qkm. Der Lebensraum wurde ihnen von den Menschen genommen. Dabei sind sie wahrlich der Hoffnungsfunken für die Menschen.

Wer sich auch für eine solch intensive Erfahrung mit Gorillas und Schimpansen interessiert, kann sich gerne hier informieren. Im September 2027 bietet er eine weitere Erfahrung an. Diese hat auch eine gewisse Dramaturgie, damit man auch komplett im Thema ist, wenn man zum Ende den Berggorilla gegenüber tritt.

Gorillas können heilen
Gorillamutter und Kind

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